Da die Conference als generelles Feuerwerk des großen Kampfsports betrachtet werden kann, wird hier aus Platzgründen nur von den subjektiven Highlights berichtet werden.
Die diesjährigen Instruktoren waren:
Eröffnet wurde die Conference in diesem Jahr mit einer wahrhaftig lebenden Legende des phillipinischen Kampfsports, dem Senior Großmeister (SGM) „Cacoy“ Canete. SGM „Cacoy“ demonstrierte Techniken im Doppelstock, Einzelstock und aus dem von ihm begründeten Escrido. Nicht nur das beeindruckende Alter von nun mehr 90 Jahren sondern die meisterhaften technischen Fertigkeiten und die dabei gelebte Freude am Kampfsport ließen in jedem Teilnehmer das Gefühl von tiefer Bewunderung und Ehrfurcht aufkommen.
Mit ebenso beeindruckenden Instruktoren setzte sich die Conference fort. Großmeister (GM) Dan Inosanto demonstrierte Techniken aus dem Jeet Kune Do (JKD) und verdeutlichte hierbei das Ganzheitliche an dieser Kampfsportart. So kombinierte er, über alle Distanzen und Ebenen, Techniken aus verschiedensten Systemen miteinander und erklärte in diesem Kontext einige der Grundprinzipien des JKD. GM Inosanto beeindruckte nicht nur durch die demonstrierte technische Vielfalt sondern in besonderem Maße, mit welcher Eleganz und Geschmeidigkeit er diese, im Alter von 73 Jahren, ausübte.
Im Anschluss sorgte Großmeister Richard Bustillo in seiner Einheit für hohe Pulsfrequenzen. Komplexe Kombinationen von Box-, Knie- und Fußtechniken auf Thaipratzen eröffneten den Teilnehmern Einblicke in Trainingsfolgen für den MMA-Standkampf.
Nachdem man diese drei lebenden Legenden des Kampfsportes („Cacoy“ Canete, Dan Inosanto und Richard Bustillo) live erleben durfte und gesehen hat, mit welcher Energie und Gewandtheit sie selbst im fortgeschrittenem Alter ihren Sport ausüben, konnte man zu dem Schluss kommen, dass sie es geschafft haben Kampfsport zu ihren eigenem Jungbrunnen zu gestalten.
Ein weiteres Highlight war der „König des Submissionfighting“, Großmeister Gokor Chivichiyan. Auf höchstem Niveau demonstrierte er verschiedene Möglichkeiten, des zu Bodenbringens mit anschließendem verhebeln oder abwürgen. Auf Fragen der Teilnehmer, mit Bezug auf die Wettkampfpraxis, bot GM Gokor gleich eine beeindruckte Reihe von verschiedenen Lösungsmöglichkeiten an.
Die Vielfalt seinen Gegner aus variablen Kontaktsituationen zu Boden zu Bringen, wurden durch Großmeister Uwe Claussen vorgestellt. Da nicht alle Teilnehmer über einschlägige Wurferfahrungen verfügten, demonstrierte Uwe sowohl Takedowns welche keiner Fallschule bedürfen als auch Rotationswürfe, die zur Freude der Teilnehmer unter der Zuhilfenahme einer Weichbodenmatte in voller Geschwindigkeit geübt werden konnten. In Kombination zu den Takedowns veranschaulichte Uwe den Teilnehmern verschiedene Weiterführungsmöglichkeiten entsprechend deren Vorlieben, sowohl für den MMA-Wettkampf als auch für die Selbstverteidigung.
„Eine scharfe Klinge mit überhöhtem Testosteron“, so könnte man Datu Kelly Worden beschreiben. Datu Worden demonstrierte mit viel Matchocharme und umfangreicher technischer Vielfalt Möglichkeiten mit einem Messer zu agieren oder sich gegen ein solches zu verteidigen, besondere Beachtung sei hierbei dem „oh-shit-faktor“ geschuldet.
Alle Instruktoren boten den Teilnehmern professionelle Einblicke in ihren jeweiligen Themenblöcken und eröffneten auf diese Weise viele Anregungen zu Techniken oder Prinzipien um die eigene kleine Schatzkiste des Kampfsportwissens zu erweitern.
Doch auch außerhalb der Conference warteten Kampfsportgroupies nur auf eine Gelegenheit von einem Instruktoren lernen zu können. So stellte sich heraus, dass es an der California Staat University, wo das Team um Uwe untergebracht war, eine Selbstorganisierte Kampfsportgruppe aus Studenten, Universitätsmitarbeitern und Sicherheitskräften gab. Nachdem der Kontakt hergestellt war, erklärte sich Uwe auch bereit eine kleine Lehreinheit zu geben. Wie nicht anders zu erwarten begeisterte Uwe sie mit einem Gesamtüberblick an Möglichkeiten im Kampfsport, d.h., es wurden alle Elemente angeschnitten (Stock, Messer, empty hands, takedowns und grappling).
Neben den individuellen technischen Erfahrungen, welche eine kaum beschreibbare Bereicherung darstellen sind es die Persönlichkeiten, welche man im Laufe der Confernce und darum herum kennen lernen durfte, die das strahlende Bild dieses Kampfsportevents abrunden. Abschließend kann somit zusammengefasst werden: „Los Angeles ist immer eine Reise wert!“
Ps. freut euch auf die schönen Ideen, welche Uwe mitgebracht hat um uns beim Training den Ar... auf zu reißen um anständige Kampfsportler aus uns zu machen =o)
Stefan W.